KELSO LANE

 

Kelso Lane

 

Kelso… was? Kelso Lane!

Seit der Gründung im Jahr 2004 haben sich Kelso Lane dem Unkonventionellen verschrieben. Den sieben Musikern aus Magdeburg ist es gelungen eine tanzbare, unverwechselbare Melange aus vielen verschiedenen Musikstilen zu kreieren. Nach zehn Jahren der musikalischen und persönlichen Weiterentwicklung, Studium in verschiedenen Städten und Reisen durch die Welt, profitierte ihre Musik von den vielfältigen Eindrücken und Erfahrungen auf dem Weg in die Gegenwart. Den Zuhörer erwartet eine leidenschaftliche Mischung aus deutschen, englischen und italienischen Songs, die mithilfe verschiedenster Instrumente auf den Punkt gebracht werden.

Album 2014: „Meer oder weniger“

Mit dem inzwischen vierten Album haben sich Kelso Lane einiges vorgenommen. Zehn Jahre sind seit der ersten gemeinsamen Probe am 12.08.2004 inzwischen vergangen und musikalisch hat sich eine Menge getan. Eine Neuheit ist beispielsweise Mareike Schulze, welche die Band seit 2014 am Saxophon unterstützt. Insgesamt kann man sagen dass die Musiker zwar nicht viel erwachsener, aber aufgeräumter geworden sind. Wer die vorherigen Alben der siebenköpfigen Magdeburger Band kennt, dem werden die sortierteren Arrangements und der klare Sound auffallen. Unter dem Motto „Weniger ist mehr“ wurde reduziert und entschlackt ohne auf die typischen Kelso Lane Spielereien zu verzichten. Das Album wurde im April 2014 am Stettiner Haff an der Ostsee in 14-tägiger Akkordarbeit aufgenommen. „Wir wollten einfach mal schauen, wie Fachwerk und Lehm klingt.“, sagt Robert Feller, Bassist und Gründungsmitglied der Band. Die Abgeschiedenheit brachte allerdings einige Schwierigkeiten mit sich. Stromschwankungen und ein Wasserschaden erschwerten die Bedingungen und machten ein Arbeiten mehr oder weniger unmöglich. Zähne zusammenbeißen und Nächte durcharbeiten stand auf der Tagesordnung. Diese Herausforderung am Ostseestrand merkt man dem Album allerdings in keinster Weise an. Die Ostsee-Stimmung haben die Musiker vom Haus am Meer mit auf das neue Album genommen. Ein erdiger, warmer Sound mit einer Mischung aus akustischen und elektronischen Instrumenten hüllt den Hörer in eine Wohlfühldecke ein. „I’ll be the coat that keeps you warm. I’ll be the lighthouse in your storm. And in the darkness, in the gloom I will comfort you, I’ll be your home“, heißt es im Song „I’ll be your home“. Das wohlige vertraute Gefühl von „Meer“ führt durch eine bunte Reise direkt ins Herz.

Dem Ska und Reggae sind sie auch bei diesem Album treu geblieben. Kenner werden außerdem beim Hören einige Folk-Assoziationen erkennen. Das liegt unter anderem an der neuen Instrumentierung im Magdeburger Gespann. So hat Frontmann Martin Becker seine Gitarre zu Gunsten von Banjo und Mandoline beiseite gelegt. Neuerdings gesellt sich bei E-Gitarrist Hannes Haas bei einigen Songs auch die Akustikgitarre hinzu. Meister der Tasteninstrumente Felix Petzke hat neben altbekanntem Stage-Piano und Synthesizer seit diesem Jahr auch Kinderklavier und Melodica in petto. Diese Veränderungen sind jedoch nicht die prägnantesten. Der Song „I’ll be your home“ ist der einzige Titel in englischer Sprache. Mit einer Ausnahme sind alle weiteren Songs erstmalig in deutscher Sprache geschrieben. Dass Songwriting auf deutsch keine leichte Aufgabe ist, stellte auch Sängerin Marlén Bauer fest. Im emotionalen Song „Treibholz“ geht es ums Loslassen wie ums Ankommen, um Liebe und Erinnerung – einen Anker im Leben, der erdet und in die Realität zurückholt. Die sprachliche Ausnahme bildet der Song „Chi sta mejo de noi?“. Übersetzt bedeutet er soviel wie „Wem geht’s besser als uns“ und handelt, im römischen Dialekt geschrieben, unter anderem von Momenten und Eindrücken aus der Zeit in Rom von Sänger Martin Becker. Ein Jahr hat der inzwischen 27-jährige im Zuge seines Studiums in der Hauptstadt Italiens gelebt. Weitere verarbeitete Themen auf „Meer oder weniger“ sind Liebe, Freundschaft, Erfahrungen, Erinnerungen und Geschichten aus dem eigenen Umfeld.

Die Kompositionen und die Texte entstehen gemeinschaftlich und das größtenteils über Entfernungen hinweg. Seit 2007 sind die Elbestädter durch Job und Studium geografisch getrennt. Neben Magdeburg sind sie auf die Städte Leipzig, Jena und Berlin verteilt. Geprobt wird jedoch nach wie vor regelmäßig in Magdeburg. An eine Auflösung aufgrund der Entfernung hat die Band allerdings nie gedacht. „Man muss einfach immer weitermachen“, sagt Schlagzeuger Jakob Jerratsch bestimmt. Zu Proben und für Auftritte trifft man sich nach wie vor in der Heimat an der Elbe. Von der Liebe zur Heimatstadt handelt auch der Song „Machdeburch“, der inzwischen heimlich als liebste Hauptstadt-Hymne unter Fans gehandelt wird.

Freunde der Tanzmusik kommen auch auf diesem Album wieder voll auf ihre Kosten. Die Songs „Sprengel 23“ und „SynapsenSka“ konnten sich bereits bei den vielfachen Auftritten in diesem Jahr als mitreißende Stimmungsmacher beweisen. Insgesamt ist das Album inklusive Intro und Outro eine von Anfang bis Ende rundum stimmige Schifffahrt auf einem Meer aus allerlei Erfahrungen, herzlichen Sprachbildern und lebensbejahender Stimmung. Acht Euro kostet die vollständig selbst produzierte CD und kommt in einem 6-seitigem Digipack aus Pappe inklusive 12-seitigem Booklet mit allen Songtexten.

…Und die Synapsen tanzen Ska…